Teil 15 – Babystube

Die schönste Zeit mit Meerschweinchen, ist die Zeit der Babystube. Spannend wird es meist schon vorher. Oh dieses Knirschen, was mich beim Fernsehen wahnsinnig gemacht hat. Bis ich wusste was es war. Wer sich nicht denken kann was ich meine.

Also generell erst mal. Meine Meerschweinchen leben mit mir da, wo ich mich am meisten aufhalte. Das ist eben das Wohnzimmer. Durch meine Kinder und ein großes Haus mit vielen Mietern, bin ich wie ein Wachhund und nehme viele Geräusche zu deutlich war. Da kann ein Knirschen echt irre machen.

Und die Herkunft vom knirschen, so ganz leise und unscheinbar, war nicht leicht zu ermitteln. Irgendwann nahm ich mein schwangeres Meerschweinchen. Mal Babybauch fühlen. Ich liebe Babybäuche, besonders wenn schon Bewegung drin ist. Kennt ihr das? Das Wunder des Lebens im Bauch. Ein kleines Lebewesen macht durch Bewegung auf sich aufmerksam. Und ja, bei Mensch und Meerschwein ist dieses Wunder und das Warten auf das Wunder, eine Zeit, wo es nicht nur Anstrengung gibt, sondern auch Bewunderung.

DSCI0346Und genau aus dem schwangeren Meerschweinchen kam das Knirschen. Werden da Knochen gebrochen? Platz mein schwangeres Tier? Was soll das? Ich musste echt suchen und hab erfahren, dass es durchaus passieren kann. Babys kommen bei Meerschweinchen schon komplett fertig zur Welt. Fell, Organe, Knochen. Alles bereits vorhanden. Auch die Zähne sind schon da. Mit Zähnen kann man knirschen. Das entdecken kleine Menschenbabys auch. Schreckliche Geräusche. Meeri-Babys können das schon im Bauch der Mama. Das fällt mal leiser aus. Mal lauter. Mal hört man nie etwas. Ich hatte also ein Baby, das knirschen liebte. Und scheinbar am liebsten dann, wenn ich endlich Zeit für mich hatte und Filme gucken wollte.

Heute bin ich glücklich und dankbar davon erzählen zu können. Zumal ich erfahren hab, das es wohl relativ selten sein soll. Keine Ahnung. Habt ihr das schon erlebt?

Für uns normale Meeri-Halter ist es schon seltener ein schwangeres Meerschweinchen zu haben. Das ist auch gut so, zumal ahnungslose Vermehrung nun wirklich nicht sein muß. Noch seltener erlebt man eine Geburt. Bei Punker, meiner ersten Geburt, fand diese ganz früh am Morgen statt. Kein Mensch war dabei. Ich kam runter ins Wohnzimmer, dachte an nichts Böses und da sprangen dann schon vier sehr aufgeweckte Babys rum und haben gemeinsam mit Mutter und Tante gefressen.

DSCI0366Ein erhebendes Gefühl. Und voller Erleichterung. Alle Babys und die Mutter haben es überlebt. Und keines der Babys erinnerte an die Mutter. Im Gegenteil. Ich hatte zwei völlig verschiedene Typen. Von jedem Typ zwei Schweinchen. Jeweils Bock und Weib. Es sah fast so aus, als hätte Punker keine starken Gene und zwei Böcke hätten Punker gleichzeitig geschwängert.

Bei Doro, dem Notschweinchen, verlief es anders. Die Geburt konnte ich live erleben. Zwei Babys haben es leider nicht geschafft. Ich hatte kaum Möglichkeiten, das zu verhindern. Doch zwei weitere Babys überlebten. Die Mama war eine echte Glucke und schirmte ihre Babys ab. Sie kamen auch über Tage kaum richtig aus dem Häuschen. Beide Babys waren eher schüchtern. Ich musste sie aber im Auge behalten. Kann ja sein das Mama keine oder zu wenig Milch gibt. Das die Babys nicht gut versorgt werden. Aber die Natur hat alles optimal geregelt. Beide Babys leben noch heute. Tiger, das Weibchen lebt bei mir. Das Böckchen Ted hab ich in eine andere gute Gruppe gegeben.

Aber Menschen sind grausam. Vorwürfe wegen zwei toten Babys. Vorwürfe, weil ich ein schwangeres Nottier aufgenommen hab und die Babys vermitteln wollte. Wie kann es auch sein, das ich die Babys nicht behalte? Hey, sie haben bei mir eine gute Kindheit, eine gute Geburt und sollten gut vermittelt, ein weiteres gutes Leben haben. Langfristig wäre es nicht finanzierbar gewesen. Aber die Kritik klang so, als wenn es besser wäre, das die Geburt in einem schlechten Umfeld erfolgt, als das ich das schwangere Tier aufnehme und die Babys vermittle.

Teil 16 – Wenn Tierschützer den Tierschutz verhindern
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